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Donnerstag, 28. August 2008

04 Lakshmi N. Mittal

Lakshmi N. Mittal (* 15. Juni 1950 in Sadulpur, Rajasthan) ist ein indischer Unternehmer und Milliardär. Er ist seit Ende 2006 Vorsitzender des Vorstands von ArcelorMittal und gilt laut Forbes Magazine mit einem Vermögen von 45 Milliarden US-Dollar als viertreichster Mann der Welt.

Biographie

Mittal stammt aus einer Marwari-Familie, einer kaufmännischen Kaste, die 1960 nach Kolkata übersiedelte. Sein zweiter Vorname (Narayan, laut anderen Quellen Nivas) ist nicht eindeutig geklärt. Im Jahr 1971 kaufte Vater Mohan Mittal eine kleine Stahlschmelze; seinen Sohn Lakshmi schickte er zum Studium der Betriebswirtschaftslehre zum St. Xaviers College Kolkata, welches er als Bachelor of Commerce abschloss. Lakshmi arbeitete anschließend in der väterlichen Firma und wurde im Jahr 1976 mit der Sanierung eines maroden indonesischen Stahlwerks beauftragt, welches die Familie zuvor für 1,5 Millionen US$ erworben hatte. Lakshmi gelang dies mit beachtlichem Erfolg und die Mittal-Familie investierte weiter; unter anderem in Kasachstan, wo das Karmetwerk zur Privatisierung stand - auf diese Weise wuchs das Mittalsche Stahlwerksimperium schnell. Mehr als 90 Prozent der Aktienanteile waren stets in Familienbesitz. Mittal Steel hat seinen Sitz in Rotterdam, wird aber vom Berkeley Square in London durch Lakshmi Mittal und seinen Sohn Aditya geleitet. Mittals größter Konkurrent Arcelor wurde in den Jahren 2006 bis 2007 durch feindliche Übernahme erworben; das Ende der Mittal Steel Company in ihrer bisherigen Form war damit besiegelt. Beide Unternehmen fusionierten zu ArcelorMittal. Lakshmi Mittal ist seit Ende 2006 Vorsitzender des Vorstands.

Lakshmi Mittal ist Mitglied des Foreign Investment Council Kasachstan und International Investment Council Südafrika. Ferner ist er Mitglied im Exekutivkommitee des International Iron & Steel Institute. Er ist einer der Direktoren der indischen ICICI Bank Limited und sitzt im Verwaltungsrat der Kellogg School of Management in den Vereinigten Staaten.

Mittal lebt in Kensington Palace Gardens, London. Mit seiner Ehefrau Usha hat er zwei Kinder; Sohn Aditya und Tochter Vanisha. Die Hochzeit seiner Tochter mit dem 25-jährigen Amit Bhatia, einem Londoner Finanzmagnaten, kostete angeblich etwa 64 Millionen Dollar. Das Fest wurde im Jahr 2004 in Frankreich unter anderem in den Schlössern von Versailles gefeiert und dauerte fast eine Woche.

2008 wurde ihm der Padma Vibhushan verliehen.

Weblinks

Quelle: www.wikipedia.de

03 Bill Gates

William „Bill“ Henry Gates III, (* 28. Oktober 1955 in Seattle) ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Programmierer. Gates gilt nach neusten Einschätzungen mit einem Vermögen von etwa 58,0 Milliarden US-Dollar als drittreichster Mann der Welt. Er gründete 1975, gemeinsam mit Paul Allen, die Microsoft Corporation. Er besitzt etwa 1,1 Milliarden Aktien von Microsoft (etwa 41 Mrd. US $), was gut 10 % des Grundkapitals entspricht, ist Aufsichtsratsvorsitzender und war bis 2006 Leiter der Entwicklungsabteilung („Chief Software Architect“) des Unternehmens. Seit Dezember 2004 ist er darüber hinaus Mitglied des Aufsichtsrats (Board of Directors) von Berkshire Hathaway, der Investmentholding von Warren Buffett, der als reichster Mann der Welt gilt. Zu seinem weiteren Aktienbesitz zählen zum Beispiel Beteiligungen an McDonald’s in Höhe von rund 35 Millionen US-Dollar (2007), am Kraftfahrzeugversicherer Progressive und dem Fotokonzern Eastman Kodak. Am 12. September 2007 verabschiedete er sich auf der Unternehmensversammlung offiziell von Microsoft und der 27. Juni 2008 war sein letzter Arbeitstag dort.

Leben

Frühe Jahre und Ausbildung

Gates wurde als zweites von drei Kindern des wohlhabenden Rechtsanwalts William H. Gates II (* 30. November 1925) und der Lehrerin Mary Maxwell Gates geboren. Er hat mit Kristianne Gates eine ältere und mit Libby eine jüngere Schwester.

Bill Gates brillierte auf der Grundschule vor allem in Mathematik und Naturwissenschaften und ging mit 13 Jahren auf die private Lakeside School in Seattle. Als er in der achten Klasse war, wurde in der Schule ein Fernschreiber des Typs ASR-33 angeschafft, mit dem die Schüler bei General Electric Computerzeit nutzen konnten. Bill Gates fand Interesse daran, den GE-Rechner mit BASIC-Programmen zu programmieren und wurde zur Förderung seiner Interessen teilweise vom Mathematikunterricht freigestellt. Später konnten die Schüler auf einer PDP-10-Anlage der Digital Equipment Corporation arbeiten. Nachdem die Schüler Programmfehler in die Systeme eingeschleust hatten, die ihnen mehr freie Zeit an den Rechnern ermöglichten, wurde ihnen die Arbeit an den Rechensystemen für einen Sommer verboten, danach einigten sich Bill Gates, Paul Allen, Ric Weiland und Kent Evans mit den Betreibern darauf, dass sie Softwarefehler suchten und korrigierten und dafür Computerzeit zur Verfügung gestellt bekamen. Bill Gates beschäftigte sich nachfolgend mit verschiedenen Programmiersprachen, um an dem System arbeiten zu können. Dabei handelte es sich neben BASIC auch um FORTRAN, LISP und die Maschinensprache.

Die Verabredung mit der Computer Center Corporation endete 1970 und im folgenden Jahr wurde das Schulteam von der Information Sciences Inc. beauftragt, ein Payroll-Programm in COBOL zu schreiben. Zusammen mit seinem Schulfreund Paul Allen gründete Bill Gates mit 14 Jahren seine erste Firma Traf-O-Data. Sie entwickelten ein System zur Messung von Verkehrsströmen, welches auf dem Prozessor Intel 8008 lief und ihnen 20.000 US-Dollar einbrachte.

1973 ging Gates an die Harvard-Universität, um dort zu studieren, verbrachte seine Zeit aber überwiegend im Computerraum. Dort lernte er auch seinen späteren Geschäftspartner Steve Ballmer kennen. Im Dezember 1974 entwickelte er zusammen mit Allen innerhalb weniger Wochen einen BASIC-Interpreter für den neu auf den Markt kommenden Heimcomputer Altair 8800.

Microsoft

Hauptartikel: Microsoft

1975 brach Gates sein Studium ab, um sich ganz der Führung seiner Firma Microsoft Corporation zu widmen. Schon wenige Jahre danach gelang ihm der große Coup, als er IBM das Betriebssystem MS-DOS lieferte. Den Posten des Chief Executive Officers (CEO) gab er im Januar 2000 an Steve Ballmer ab und ist seitdem Aufsichtsratsvorsitzender und Chefentwickler der Firma. Am 15. Juni 2006 kündigte Gates an, sich bis zum Juli 2008 aus dem Tagesgeschäft von Microsoft zurückzuziehen und den Chefentwicklerposten dem bisherigen Technikchef Ray Ozzie zu überlassen, um sich dann verstärkt seiner Stiftung für wohltätige Zwecke anzunehmen. Er will weiterhin Chairman (Aufsichtsratsvorsitzender) bleiben und Microsoft mit Ideen und Visionen unterstützen. Im November wurde Bill Gates von der Computing Technology Industry Association zur einflussreichsten Person der IT-Welt der letzten 25 Jahre gewählt. Der 27.Juni 2008 war der offiziell letzte Arbeitstag von Bill Gates bei Microsoft

Privatleben und karitatives Engagement

Gates ist seit 1994 mit der Programmiererin Melinda French verheiratet, welche damals Projektmanagerin des Betriebssystemzusatzes Microsoft Bob war. Mit ihr hat er zwei Töchter (Jennifer Katharine Gates (* 1996) und Phoebe Adele Gates (* 2002)) sowie einen Sohn (Rory John Gates (* 1999)). Er lebt mit seiner Familie in Medina am Lake Washington in einem Anwesen, das von dem Architekten James Cutler entworfen wurde.

Bill Gates ist Eigentümer der größten Bildagentur der Welt, Corbis. Er ist ein leidenschaftlicher Golf- und Bridge-Spieler. Bill Gates galt nach der Rangliste 2003 der Financial Times als angesehenster Unternehmer der Welt. Während seine unternehmerische Leistung unumstritten ist, sind Firmenpolitik und Qualität seiner Produkte häufige Kritikpunkte.

Die gemeinsame Stiftung von Bill Gates und seiner Frau Melinda, die über ein geschätzes Vermögen von annähernd 29 Milliarden US-Dollar verfügt, hat bis heute etwa 7,5 Milliarden US-$ des Privatvermögens für wohltätige Zwecke gespendet, meist für die Bereitstellung von Impfstoffen und weitere Gesundheitsprojekte in Entwicklungsländern in Afrika und Asien. Die im Dezember 2004 an ihn ausgeschüttete Sonderdividende von knapp drei Milliarden US-$ floss ebenfalls in diese Stiftung ein. Bis zu seinem Tod will Gates nach eigenen Aussagen 90 bis 95 Prozent seines Gesamtvermögens spenden, „lediglich“ 0,02 % seines Gesamtvermögens wird er jedem seiner Kinder zukommen lassen: nämlich 10 Millionen US-$. Aktueller Schwerpunkt der Tätigkeit der Stiftung ist die Bekämpfung der Malaria. Im Oktober 2005 hat Gates zu diesem Zweck eine Spende von 258,3 Millionen US-Dollar angekündigt. Für seine vorbildliche „Generosität und Philanthropie“ wurde Bill Gates zusammen mit seiner Frau 2006 der Prinz-von-Asturien-Preis für Internationale Zusammenarbeit verliehen. Auch Warren Buffett hat einen großen Teil seines Vermögens für die Stiftung in seinem Testament zugesagt.

Nach Schätzungen des Forbes Magazine führte Bill Gates dreizehn Jahre die Liste der reichsten Leute der Welt an, sein Vermögen betrug:

  • 1996 – 18,5 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 1997 – 36,4 Milliarden US-Dollar, Platz 2

  • 1998 – 51,0 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 1999 – 90,0 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 2000 – 60,0 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 2001 – 58,7 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 2002 – 52,8 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 2003 – 40,7 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 2004 – 46,6 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 2005 – 51,0 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 2006 – 50,0 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 2007 – 56,0 Milliarden US-Dollar, Platz 1

  • 2008 – 58,0 Milliarden US-Dollar, Platz 3

Im Jahre 1997 führte Forbes Hassanal Bolkiah, Sultan von Brunei, als reichsten Mann. Dies war jedoch eine Ausnahme, da Staatsbesitz als persönliches Eigentum des Sultans verstanden wird.

Nach der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt von 2008, ist Bill Gates nur noch drittreichster Mensch der Welt. Vor ihm liegen Warren Buffett mit 62 sowie Carlos Slim Helú mit 60 Milliarden US-Dollar.

Am 2. März 2005 wurde Bill Gates von der englischen Queen Elizabeth II. zum Ritter im Rang eines Knight Commander (K. B. E.) des Order of the British Empire geschlagen. Den Titel bekam er nach Angaben des Außenministeriums in London für seine umfangreichen Spenden zur Bekämpfung von Armut und Krankheiten und für seine Verdienste um die britische Wirtschaft. Als Amerikaner bleibt ihm jedoch das Tragen des Titels „Sir“ verwehrt. 2005 war er gemeinsam mit seiner Ehefrau Person des Jahres des Time Magazine.

In einem Interview gegenüber Le Figaro im Oktober 2005 prophezeite Bill Gates den Printmedien den langfristigen Untergang aufgrund der wachsenden Bedeutung von Online-Zeitungen. Durch den wachsenden Konkurrenzdruck müssten die Zeitungen ihre Online-Ausgaben dringend auf den bestmöglichen Stand bringen.

Am 8. Juni 2007 wurde Bill Gates die Ehrendoktorwürde durch die Harvard-Universität verliehen.

Kritik

Bill Gates gehört neben Steve Jobs zu den bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmern der Computerbranche. Sein Reichtum und Erfolg wird als Folge einer intelligenten Markteinschätzung angesehen. Oft wird Bill Gates als Gründer und prägender Manager der Firma Microsoft jedoch persönlich für eine von Kritikern als skrupellos empfundene Expansionsstrategie des Konzerns verantwortlich gemacht. Er steht mit seinen Geschäftspraktiken dabei immer wieder im Fokus der Kartellbehörden. Zeitweilig drohte sogar eine Zerschlagung des Konzerns. Kritiker bemängeln, er strebe ein illegales Monopol an.

Der Journalist Greg Palast wirft Gates vor, mit seiner Stiftung unlauter zu handeln. Gates unterstützt das TRIPS-Abkommen, welches international verschärfte Standards geistiger Eigentumsrechte einfordert. Kritiker behaupten, dass das TRIPS-Abkommen zur Verteuerung von Medikamenten in Entwicklungsländern führe und die Herstellung von Generika enorm erschwere. Dadurch, so die Kritiker, würden für weit mehr Menschen lebensnotwendige Medikamente unzugänglich werden, als durch Gates’ Stiftung finanziert werden könnten.

Schriften

Literatur

  • Wendy Goldman Rohm: Die Microsoft Akte. Der geheime Fall Bill Gates 1998 ISBN 3-430-17869-X

  • Janet Lowe: Bill Gates. Sein Erfolgsgeheimnis. TM-Börsenverlag 2000. ISBN 3-930851-49-0

  • Jennifer Edstrom, Marlin Eller: Barbarians led by Bill Gates. Microsoft von innen betrachtet. vmi-Buch. ISBN 3-8266-0506-3

  • James Wallace, Jim Erickson: Mr. Microsoft, die Bill-Gates-Story. Verlag Ullstein 1993. ISBN 3-550-06808-5

Quelle: www.wikipedia.de

02 Carlos Slim Helú

Carlos Slim Helú (* 28. Januar 1940 in Mexiko-Stadt) ist ein arabischstämmiger, mexikanischer Unternehmer der Telekommunikationsbranche (unter anderen Telmex und América Móvil). Laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes ist er mit einem geschätzten Vermögen von 60 Milliarden Dollar der zweitreichste Mann der Welt hinter Warren Buffett und noch vor Bill Gates.

Familie

Sein Vater Julián Slim (Yusef Salim) war ein Christ (Maronit) aus Jezzine bei Beirut im Libanon, der 1902 als Jugendlicher nach Mexiko floh. Mit seinen zwei älteren Brüdern ging er im Hafen von Tampico an Land und ließ sich in Mexiko-Stadt nieder. Dort eröffnete Slim 1911 einen Laden namens La Estrella del Oriente (dt. Der Stern des Orients) und machte ein kleines Vermögen, mit dem er Immobilien in Mexiko-Stadt erwarb. Die Immobilien waren während der Revolution von Pancho Villa zu niedrigen Preisen zu erwerben und erwiesen sich als gute Investition.

Slim Haddad heiratete Linda Helú, die Tochter einer anderen reichen libanesischen Händlerfamilie, und hatte mit ihr sechs Kinder, unter denen Carlos Slim Helú das fünfte war. Slim Helú bezeichnet seinen Vater, in dessen Geschäft er seit seinem achten Lebensjahr mithalf, als seinen wichtigsten Lehrer in Management, Absatz und Finanzierung. Julián Slim Haddad starb 1952 und hinterließ seiner Familie sein Vermögen, das Carlos als Grundlage für seine Karriere als Investor nutzte.

Carlos Slim Helú war mit Soumaya Domit verheiratet, die 1999 verstarb. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor, die heute im Tagesgeschäft von Slims Unternehmensgruppe bedeutende Rollen einnehmen.

Ausbildung

Carlos Slim Helú studierte an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) Bauingenieurwesen und schloss das Studium 1961 als Ingenieur ab. Bereits vor seinem Abschluss unterrichtete er an der UNAM Algebra und Lineare Optimierung. Er hat darüber hinaus Vorträge und Seminare an öffentlichen und privaten Organisationen gegeben, darunter in Einrichtungen der Comisión Económica para América Latina y el Caribe (CEPAL).

Firmenimperium

Seit den 1980er Jahren baute Slim sein Firmenimperium Grupo Carso auf. Unter anderem erwarb er eine Tabakladenkette, die Apotheken-, Restaurant- und Geschenkartikelladenkette Sanborns, den mexikanischen Teil der US-Einzelhandelskette Sears und Condumex, einen Hersteller von Autoteilen. Daneben knüpfte er wichtige Verbindungen im politischen Leben Mexikos.

Als Präsident Carlos Salinas 1990 die staatliche Telefongesellschaft Telmex privatisierte, erhielt ein von Slim geführtes Konsortium (unter Einbeziehung von SBC Communications und France Télécom) den Zuschlag und zahlte mit umgerechnet 1,8 Milliarden US-Dollar einen sehr günstigen Preis. Der Wert des Unternehmens wurde auf etwa 10 bis 12 Milliarden Dollar taxiert. Die Telefonkosten stiegen danach in Mexiko dramatisch, ohne dass sich die Qualität des Netzes deutlich verbesserte. Der mexikanische Ferngesprächsmarkt ist bis heute nicht konsequent für andere Anbieter geöffnet, die Preise zählen zu den höchsten der Welt. Kritiker nehmen an, dass bei der Privatisierung von Telmex ebenso wie bei vielen anderen Privatisierungen unter Salinas Korruption im Spiel war. Telmex ist das Paradebeispiel einer gescheiterten, zu einem Monopol führenden Privatisierung.

Telmex ist heute das bei weitem größte private Unternehmen Mexikos und dominiert die Mexikanische Börse, deren Vizepräsident Slim eine Zeit lang war. Das Unternehmen konnte sich gegen ausländische Konkurrenz behaupten und dehnte sich durch Investitionen in Lateinamerika weiter aus, insbesondere im Mobilfunksektor, der vom Tochterunternehmen América Móvil betrieben wird.

In den vergangenen Jahren investierten Slim und seine Gruppe zunehmend in den USA. So erwarben sie unter anderen Anteile an Philip Morris (heute Altria Group), OfficeMax und Saks. Seit Ende der 1990er Jahre besitzt Slim auch einen kleinen Teil der Aktien von Apple und anderen US-Unternehmen. Slim ist auch einer der wichtigsten Aktionäre des Fernsehunternehmens Televisa.

Den Unternehmen der Holdinggesellschaften von Slims Familie wurden laut dem Magazin "Forbes" mehr als 5 Prozent der gesamten mexikanischen Wirtschaftsleistung im Jahr 2006 zugerechnet.

Sonstiges

Im Jahr 2000 organisierte Carlos Slim Helú die Gründung einer Stiftung zur Rettung und Wiederbelebung der historischen Altstadt von Mexiko-Stadt. Er ist seit 2001 Vorsitzender des Komitees für die Sanierung des historischen Zentrums.

Daneben ist er führend für den Lateinamerikanischen Entwicklungfonds aktiv, bei dem er sich schwerpunktmäßig um Investitionen in Infrastruktur, Gesundheitswesen und Bildung kümmert. Er ist ein Gegner von Freihandelsbestrebungen und Marktöffnungsvorschriften für Entwicklungsländer.

Das Vermögen von Carlos Slim stieg vornehmlich aufgrund der Kurssteigerungen seiner Beteiligungen an in Mexiko börsennotierten Unternehmen auf vom mexikanischen Magazin Sentido Común geschätzte 67,8 Milliarden Dollar, damit gilt er zumindest für ein Jahr als der reichste Mann der Welt. Er löste damit den seit Jahren führenden Bill Gates als reichsten Mann der Welt ab. In seiner Liste The World’s Billionaires stufte das Forbes Magazine Slim im März 2008 als zweitreichsten Menschen der Welt mit einem Vermögen von 60 Mrd. Dollar ein, nur übertroffen von Warren Buffett. (Zum Vergleich: Das jährliche Bruttoinlandsprodukt von Bangladesch mit seinen 147 Millionen Einwohnern beträgt 57 Milliarden US-Dollar.)

Vor kurzem veröffentlichte Slim einen Plan, hunderttausende Laptops des Projektes One Laptop per Child an Kinder in Mexiko zu verschenken. Zu diesem Zweck will er noch 2007 70 Millionen US-Dollar für 250.000 Laptops investieren, und 2008 weitere 500.000 Laptops zu erwerben. Derzeit wurden von ihm 50.000 Stück bestellt. Slim geht dabei von einem durchschnittlichen Preis von 250 bis 300 US-Dollar pro Laptop aus. Die Geräte sollen zunächst an Schulen und Büchereien ausgegeben werden.

Quelle: www.wikipedia.de

01 Warren Buffett

Warren Edward Buffett (* 30. August 1930 in Omaha, Nebraska) ist ein US-amerikanischer Großindustrieller (Investment-Tycoon) und mit einem geschätzten Privatvermögen von 62,4 Milliarden US-Dollar (Forbes, 2008) der reichste Mensch der Welt vor dem Mexikaner Carlos Slim Helú und dem Microsoft-Gründer Bill Gates. Der Großteil seines Vermögens ist in der von ihm aufgebauten Investment-Firma Berkshire Hathaway angelegt. Am 25. Juni 2006 kündigte er an, 85 % seines Vermögens nach und nach an fünf Stiftungen verschenken zu wollen. Der Großteil soll an die Bill & Melinda Gates Foundation gehen, ein kleinerer Anteil soll auf die vier Buffett-Familien-Stiftungen verteilt werden.

Leben bis 1956

Warren Buffett ist das zweite Kind des Brokers und späteren Kongressabgeordneten (1942 - 1948, 1950 - 1952) Howard Buffett und dessen Frau Leila (geb. Stahl) in Omaha, Nebraska. Er war mit Susan Buffett (geb. Thompson) von 1952 bis zu ihrem Tod am 29. Juli 2004 verheiratet. Aus der Ehe sind die drei gemeinsamen Kinder Howard, Susan und Peter hervorgegangen. Buffett hatte mit Susans Zustimmung seit Ende der siebziger Jahre eine weitere Partnerschaft mit Astrid Menks.

Der junge Warren zeigte sich schon als Kind von Zahlen fasziniert und sehr geschäftstüchtig. Sein erstes Geld verdiente er im Sommer 1936, indem er Coca-Cola Sixpacks für 25 Cent kaufte und die Flasche für 5 Cent verkaufte. Später verdiente er Geld als Zeitungsbote, mit der Vermietung von Flipperautomaten und dem Verkauf gebrauchter Golfbälle. Seine ersten Erfahrungen mit Geldanlagen und dem Aktiengeschäft machte er in der Firma seines Vaters. Dort erwarb er auch im Alter von 11 Jahren seine ersten drei Aktien der Firma Cities Service Preferred für 38,25 $ und verkaufte sie, nachdem die Aktie zwischenzeitlich auf 27 $ fiel, für ca. 40 $. Einige Jahre nachdem Buffett die Aktien verkauft hatte, stiegen sie auf über 200 $ - eine erste Lektion, die ihn Geduld beim Investieren lehren sollte. Mit 14 Jahren kaufte er eine 16 ha große Farm in Omaha für US$ 1.200, die er verpachtete. Als er 17 war, kauften er, ein Freund und eine Freundin einen Rolls Royce für 350 $, um diesen für 35 $ pro Tag zu vermieten.

Nach Studien an der Wharton School und der University of Nebraska erwarb er 1951 an der Columbia University in New York den „master in economics“. Dort war einer seiner Lehrer der „Vater der Fundamentalanalyse“, Benjamin Graham. Man sagt, Buffett habe das einzige A+ in der 22-jährigen Lehrtätigkeit Grahams erhalten. Dieser Sachverhalt ist allerdings bis heute nicht bestätigt. Zunächst arbeitete er in der Firma seines Vaters, Buffett-Falk & Company. Während dieser Zeit absolvierte er auch einen Dale Carnegie Kurs für Kommunikation und Menschenführung und hielt darauf hin seine erste Vorlesung an der University of Nebraska zum Thema "Investment Principles". 1954 nahm er dann das Angebot seines ehemaligen Lehrers Graham an, in dessen Brokerfirma Graham-Newman als Wertpapieranalyst zu arbeiten.

1956 bis 1969: Buffett Partnership

Nachdem sich Graham 1956 ins Privatleben zurückgezogen hatte, gründete Buffett 25-jährig am 1. Mai 1956 in Omaha seine erste private Kommanditgesellschaft (Buffett Partnership) mit einer eigenen symbolischen Einzahlung von US$ 100. Weitere US$ 105.000 wurden von sieben Verwandten und Bekannten beigesteuert.

Der im Laufe der Jahre nach Teilnehmern und Einlagen kräftig wachsende Investmentpool erzielte von 1956 bis 1969 ein durchschnittliches jährliches Anlageergebnis von 29,5 % (dabei verdiente Buffett 25 % des über 6 % hinausgehenden Anlageergebnisses). Für die Anfangsinvestoren wurden so (nach Abzug von Buffetts Erfolgsanteil) aus US$ 10.000 sagenhafte US$ 150.000, im gleichen Zeitraum hätte eine Investition in den Dow-Jones-Index lediglich einen Betrag von etwas mehr als US$ 15.000 ergeben.

Gegen Ende der 60er Jahre beunruhigte Buffett die immer stärker auf kurzfristige Kurssteigerungen und hochspekulative Aktien setzende Atmosphäre an der Wall Street. So schrieb er schon 1967 in einem Brief an seine Anleger: „Ich kann mit den herrschenden Bedingungen nichts mehr anfangen“. Nach dem Zusammenbruch der hochriskanten Aktien und Investmentfonds 1969 bis 1971 sollten die 60er Jahre in der Rückschau als „Go-Go-Years“ bekannt werden (benannt nach dem gleichnamigen Buch des bekannten Autors John Brooks), besonders personifiziert durch Personen wie Fred Carr (Enterprise Fund), Fred Mates (Mates Fund), Gerald T'Sai (Manhattan Fund) und nicht zuletzt Bernard Cornfeld und sein Investors Overseas Services Imperium.

Ab 1969: Berkshire Hathaway

Konsequenterweise löste Buffett 1969 den Investmentpool auf und bot seinen Investoren an, ihr Geld in Anteile von Berkshire Hathaway zum damaligen Kurs von etwa 43 US$/Anteil (ein solcher Anteil war im Dezember 2007 ungefähr US$ 150.000 wert) zu tauschen.

Die von ihm 1965 für seinen Investmentpool erworbene Firma Berkshire Hathaway diente ihm in der Folge als Investitionsvehikel, das er im Laufe der Zeit von einer Textilfirma in eine Holdinggesellschaft mit Schwerpunkt im Versicherungsgeschäft umwandelte – mit mittlerweile 66 eigenen Firmen und vielen weiteren Beteiligungen.

Buffett, der auch den Spitznamen „Orakel von Omaha“ trägt, hat sich und die ihm vertrauenden Anleger durch in der Summe überragende Anlageentscheidungen zu wohlhabenden Menschen gemacht.

Buffett besaß Anfang 1970 neben Berkshire Hathaway noch Beteiligungen an den Firmen Diversified Retailing und Blue Chip Stamps. Diese beiden Unternehmen fusionierte er später mit Berkshire Hathaway (1979 Diversified Retailing, 1982 Blue Chip Stamps), nachdem es nicht zuletzt aufgrund vermuteter Interessenkonflikte (Blue Chip Stamps war ebenfalls eine Art Investmentholding) Mitte der 70er Jahre zu einer Ermittlung der amerikanischen Börsenaufsicht SEC gegen ihn gekommen war.

Einer breiten Öffentlichkeit war Buffett lange Zeit unbekannt. Das änderte sich erst, als der bekannte Finanzbuchautor George W. Goodman (besser bekannt unter seinem Pseudonym „Adam Smith“) 1972 Warren Buffett und Benjamin Graham ein eigenes Kapitel in seinem Buch „Supermoney“ widmete.

An der Wall Street hatte der Zusammenbruch der hochspekulativen Aktien Ende der 60er zu einer Flucht in Aktien von soliden Firmen mit guten Gewinnen und bewährten Erfolgsgeschichten geführt. Durch die Massenbewegung in die sogenannten „Nifty-Fifty“ oder „Vestal-Virgins“ wurden jetzt deren Kurse, wie vorher die der spekulativen Aktien, in immer unwahrscheinlichere Höhen getrieben. Schließlich sollte auch diese Blase 1973/74 platzen. Erst Ende 1974, fast am Ende eines 5-jährigen Bärenmarktes, der die schlimmsten Kursverluste seit der Großen Depression gebracht hatte, sollte sich Buffett zu Wort melden. In einem Forbes-Interview sagte er: „Jetzt ist die Zeit zu investieren und reich zu werden“. Buffett selbst hatte schon vor 1974 viele Beteiligungen erworben. Als bis heute hochprofitable Investitionen sollten sich dabei die 1973 erfolgte Beteiligung an der Washington Post und der Erwerb des Süßwarenherstellers See's Candies 1972 (über Blue Chip Stamps) erweisen.

Seither ist Buffett nicht mehr aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwunden. Er erstaunt immer wieder durch seinen unprätentiösen Lebensstil (Buffett lebt noch heute in dem Haus in Omaha, das er 1958 für 31.500 US$ erworben hat) und erregt immer wieder Aufmerksamkeit durch scharfsinnige, selbstkritische und humorvolle Bemerkungen in den Jahresberichten von Berkshire Hathaway.

In den 80er Jahren machte Buffett Schlagzeilen durch den Aufbau größerer Aktienbestände von Coca-Cola, American Express und Gillette. Daneben erwarb Berkshire Hathaway auch immer wieder Firmen komplett (so 1983 die erfolgreiche Möbelfirma Nebraska Furniture Mart). Weiterhin erregte er großes Aufsehen, als er 1991 das durch einen Skandal um Manipulationen bei der Versteigerung amerikanischer Staatsanleihen in existentielle Not geratene Wall Street Haus Salomon Brothers vor dem Untergang rettete.

Buffetts Frau Susan entschied sich 1977 nach 25-jährigem Zusammenleben, nicht mehr mit Buffett zusammen zu leben, und zog nach San Francisco, um als Sängerin und politische Aktivistin zu arbeiten, hielt jedoch bis zu ihrem Tod 2004 eine Partnerschaft mit ihm aufrecht. Susan machte Buffett dann mit Astrid Menks bekannt, die mit ihrem Einverständnis seine ständige Begleiterin wurde und mit ihm zusammen zog. Dabei traten Warren und Susan weiterhin als Paar auf. Susan und Astrid verstanden sich gut – Freunde erhielten oft Einladungen, welche alle drei unterschrieben hatten. Die Beziehung von Warren, Susan und Astrid kann als polyamore Dreiecksbeziehung bezeichnet werden. An seinem 76. Geburtstag heiratete Buffett Astrid Menks im Haus seiner Tochter Susie.

Berkshire Hathaway

1965 erwarb Buffet für seinen Investmentpool die Mehrheit an „Berkshire Hathaway“.

1969 löste Buffett diesen Investmentpool auf und bot den Investoren an, ihr Geld in Anteile von Berkshire Hathaway zum damaligen Kurs von etwa 43 US$/Anteil zu tauschen. (Wert im März 2008 ca. 130.000 US$)

Zu diesem Zeitpunkt hatte er durch den Kauf einer Versicherung (National Indemnity), einer Zeitung (Sun Newspapers of Omaha) sowie einer Bank (Illinois National Bank&Trust) das noch vorhandene Kapital von Berkshire Hathaway bereits teilweise in textilfremde Beteiligungen investiert (er wiederholte damit ein Verhalten, das er bereits 1962 nach dem Erwerb der Mehrheit an der Firma Dempster Mill gezeigt hatte: Das Kapital eines wenig aussichtsreichen Firmengeschäftes in vielversprechendere Beteiligungen fließen zu lassen).

Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit von Berkshire Hathaway liegt heute neben passiven Beteiligungen im Geschäft der mittlerweile über 60 in verschiedensten Geschäftsfeldern tätigen Eigengesellschaften und im Erst- und Rückversicherungsgeschäft, dokumentiert durch die Eigengesellschaften Berkshire Hathaway Reinsurance Group und Berkshire Hathaway Primary Group sowie GEICO (fünftgrößter Kfz-Versicherer der USA) und General Re (viertgrößter Rückversicherer der Welt).

Trotz der mittlerweile erreichten Größe von Berkshire Hathaway ist es Buffett immer wieder gelungen, überdurchschnittliche Anlageergebnisse zu erzielen, wenn auch das jährliche Anlageergebnis auf mittlerweile „nur noch“ 21,9 % seit 1965 gesunken ist. Buffetts Vermögen wird zu 99 % durch seine Beteiligung an Berkshire Hathaway repräsentiert.

Auf den Hauptversammlungen erregt Buffet immer wieder Aufmerksamkeit durch scharfsinnige, selbstkritische und humorvolle Bemerkungen in den Jahresberichten. Die Jahreshauptversammlungen, die zuletzt von mehr als 20.000 Menschen besucht wurden, tragen mittlerweile den Namen „Woodstock für Kapitalisten“.

Buffett besitzt derzeit (2007) 31 % der Anteile von Berkshire Hathaway.

Anlagegrundsätze

Buffetts Anlagestrategie ist vor allem durch die Anlagegrundsätze seines Lehrers Benjamin Graham geprägt, die dieser in den Büchern Security Analysis und The Intelligent Investor aufgestellt hat.

Zentrales Anlagekriterium ist dabei das Konzept der „Sicherheitsmarge“. Der Erwerber eines Wertpapiers soll demnach den inneren Wert des Papiers ermitteln und prüfen, ob der Preis dieses Wertpapiers an der Börse zu seinen Gunsten niedriger ist als der ermittelte Wert. Der innere Wert wird dabei durch viele Faktoren bestimmt, die bei Graham vor allem nach quantitativen objektiven Kriterien (Liquidationswert des Unternehmens, KGV, Kurs-Buchwert-Verhältnis, Verschuldungsgrad, Ertragskraft der Vergangenheit, Dividendenrendite) ermittelt werden.

Häufig ist zu lesen, dass er von Grahams Lehren mit der Zeit abgerückt sei, da er bei vielen Käufen stark auf qualitative Elemente Wert legte (Fähigkeiten und Integrität des Managements, Qualität des Geschäftes, Ertragskraft der Zukunft). Bei der Bewertung qualitativer Elemente wurde Buffett von Philip Fishers Buch Common Stocks and Uncommon Profits, vor allem aber von seinem Freund Charles Munger beeinflusst. Munger und Fischer fordern die Bereitschaft, das zu investierende Kapital stark in wenigen Beteiligungen zu konzentrieren und lehnen eine starke Diversifikation ab. Der qualitative Ansatz zeigte sich bei Buffett schon früh, als er beispielsweise 1964 Anteile der durch den Salatöl-Skandal in große Schwierigkeiten geratenen Bank American Express erwarb oder 1976 eine erste Beteiligung im vom Zusammenbruch bedrohten Versicherer GEICO aufbaute. In beiden Fällen betrachtete Buffett die momentanen Probleme als überwindbar und das eigentliche Geschäft der Firmen als gesund und hochprofitabel.

Zwar hat Buffett immer wieder bei der Beurteilung des inneren Wertes eines Unternehmens starken Wert auf subjektive Kriterien gelegt, er hat aber die Grundlagen von Benjamin Grahams Anlagephilosophie nie verlassen. Kernpunkt bleibt, dass der Erwerb einer Firma zu einem sehr attraktiven Preis erfolgen muss.

Buffett selbst wird nicht müde zu erklären, dass sein Anlageerfolg kein Einzel- oder Zufallserfolg ist, sondern auf den Lehren von Graham beruht. Die „Sicherheitsmarge“ und der innere Wert einer Firma können seiner Meinung nach von verschiedenen Investoren verschieden ermittelt werden. So präsentierte er 1984 bei einer Rede an der Columbia University mehrere Investoren (Stan Perlmeter, Bill Ruane, Walter Schloss), die durch die Beachtung von Grahams Prinzipien überragenden Anlageerfolg über lange Zeiträume gehabt haben. Buffett hat demgemäß lediglich einen weitergefassten und vielseitigeren Ansatz zur Ermittlung des inneren Wertes entwickelt als das bei Graham der Fall ist.

Immer wieder legt Buffett beim Erwerb einer Firma deutlich mehr Wert auf subjektive Elemente als Graham. So ist er bereit, für eine Firma und ihren in einem von ihm als großartig beurteilten Geschäft enthaltenen „Goodwill“ einen deutlich über dem eigentlichen Buchwert liegenden Preis zu bezahlen (im Geschäftsbericht 1983 erläuterte er diesen Ansatz ausführlich sowohl allgemein als auch speziell am Beispiel von See's Candies). Die subjektive Ausrichtung zeigt sich auch darin, dass Buffett den Vorsitzenden der Firmen, in die er investiert, großes Vertrauen entgegenbringt, sie und ihre Arbeitseinstellung sehr schätzt und ihnen fast völlige Freiheit bei der Führung der Geschäfte lässt, wobei er sich wünscht, dass sie so lange wie möglich weiterarbeiten.

Außerdem sollen Anleger nach Buffett nur in solche (möglichst „simple“) Firmen investieren, deren Geschäft sie verstehen. Buffett, der nach seiner Ansicht nichts von Technologie versteht, hat deshalb so gut wie nie in technologielastige Firmen investiert. 1997 lehnte er das Angebot des damaligen Microsoft-Vizepräsidenten Jeff Raikes ab, in die Firma seines Freundes Bill Gates zu investieren, obwohl sich Raikes alle Mühe gab, ihn von den Vorzügen von Microsoft zu überzeugen.

Weiterhin soll sich der Investor immer als Teilhaber des Geschäftes und nicht als auf kurzfristige Kurssteigerungen schielender Spekulant sehen. Konsequenterweise soll der Anleger die Marktschwankungen ignorieren, da er bei einem wohldurchdachten Erwerb nach den Regeln der „Sicherheitsmarge“ darauf vertrauen kann, dass sich diese irgendwann zu seinen Gunsten realisiert. Nach Buffett soll es ihm egal sein, wenn die Börse jahrelang geschlossen bleibt und er soll die erworbenen Aktien im Idealfall „für immer“ erwerben.

Buffett selbst fasst die Charakteristiken eines lohnenden Investitionszieles immer wie folgt zusammen:
Wir investieren nur in eine Firma, wenn wir (1) die Geschäfte verstehen, (2) die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind (bewiesene Ertragskraft, gute Erträge auf das investierte Kapital, keine oder nur geringe Verschuldung, attraktives Geschäft), (3) die Firma von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet wird und (4) sehr attraktiv bewertet ist.“

Buffetts Abneigung gegenüber Verschuldung zeigte sich, als er einmal sagte, dass selbst eine 99 %-Wahrscheinlichkeit mit geliehenem Geld eine höhere Rendite zu erzielen nicht das 1 %-Risiko rechtfertigt, durch die Schulden in einem unvorhergesehenen Fall in Schwierigkeiten zu geraten.

Man darf niemals vergessen, so Buffett, dass einem das Geld anderer Menschen anvertraut wurde, daher sollte auch der kleinste Geldbetrag mit äußerster Sorgfalt verwaltet werden.

Stiftungen

In einem Interview mit dem US-Business-Magazin Fortune am 25. Juni 2006 gab Buffett, der von Berkshire Hathaway ein Jahresgehalt von 100.000 Dollar erhält, bekannt, einen Großteil seines Vermögens (zu diesem Zeitpunkt geschätzt ca. 37 Mrd. von 43 Mrd. Dollar) wohltätigen Organisationen, etwa fünf Sechstel (ca. 30 Mrd.) davon der Bill & Melinda Gates Foundation, spenden zu wollen. Die Anteile sollen über mehrere Jahre überschrieben werden. Die erste Spende mit 500.000 B-Aktien hätte nach dem Schlusskurs vom 23. Juni 2006 einen Gesamtwert von rund 1,5 Milliarden Dollar. Tatsächlich spendete Buffet am 9. Juli 2007 572.375 B-Aktien, deren Marktwert am 6. Juli 2007 bei ca. 2,12 Milliarden Dollar lag.

Zu den Stiftungen, die von Buffett bedacht werden sollen, gehören:

  1. die „Bill & Melinda Gates Foundation“,

  2. die „Susan Thompson Buffett Foundation“,

  3. die „Howard G. Buffett Foundation“,

  4. die „Susan A. Buffett Foundation

  5. die „NoVo Foundation“.

Quelle: www.wikipedia.de

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